„Stadt-Land-Flucht“

– Ein Dialog zwischen Objekt und Bildserie –

1. Ausstellung am 20. Februar 2026

Hier an Ort und Stelle überschlagen sich Ereignisse in einem Tempo, der Geist und Zeit nie ruhen lässt. Immer weiter, immer schneller! Spüren wir uns noch, gibt es ein Innehalten? Rennen, oder leben wir? Wir laufen uns fast davon. Was bekommen wir wirklich mit? Alles überlagert in Bewegung und Ereignissen.

Das Schaf, ein Fluchttier, geräuschempfindlich, bodenhaftend und friedlich in der Landschaft Hiddensees. In Wolle steht es im Rudel dort auf der Weide, ganz ruhig, fast in eins mit der Insel verwachsen. Wäre es hier in der Stadt, nur sekundenlang, würde es sicher in Flucht sich auf der Insel wiederfinden, auf diesem so satten Grün.

Meine Stadtflucht auf die Insel Hiddensee fand schon vor Jahren statt. Als „Ventil der Ruhe“ zur Stadt Berlin.
Auf geht’s, wie unendliche Male schon auf eine Insel in Form eines Seepferdchens. Wer kennt sie? Nur erreichbar mit einer Fähre, lässt sie all die Dinge hinter uns. Schon an Bord mit Blick auf den Bodden, legt sich eine Ruhe über uns. Die Insel empfängt mit Entschleunigung, einer Weite und doch so klein. Ein unbeschreibliches Licht, Wellenrauschen, Heide, Hochebene, Wald, Steilküste, lange Sandstrände fein gekörnt.

Es befällt mich ein wahres Berauschen. Wind und Wetter, Sonne und Regen tauchen die Insel in immer neue Farben. Helltürkis bis dunkelgraublau das Meer. Der Hochuferweg mit seinen Windfluchtbäumen- eine Federtuschezeichnung im Kopf. Am Morgen ein Blick aus dem Fenster. Alles im See-Nebel ganz weich, gleich einem Gemälde von Caspar David Friedrich.

Eine Einladung zum Innehalten mit all den Elementen der Insel.

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